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Die Chronik des Schützenvereins
Taaken
1907 Gründung des Schützenvereins Taaken als einem der ersten in der Umgebung durch Landwirte und Geschäftsleute aus dem Umland
1908 Das erste Schützenfest fand - mangels Schießplatz - auf einem Stück Acker des Bauern Tietjen statt. Geschossen wurde mit dem Großkaliber K98; der erste König war Carl Hüsing aus Sottrum.
1911 Zum Antreten mußte jeder Schütze sein eigenes Gewehr mitbringen. Damals herrschten noch strenge Sitten: Wer nicht zum Antreten erschien, mußte 1,- GM Strafe zahlen. Und wo wir gerade beim Geld sind - das Tanzgeld betrug für Männer einen halben Tageslohn, für die Mädchen die Hälfte. Die Tanzbandkontrolle erfolgte in der Art des Marschwalzers durch kräftige Männer, wer kein Tanzband hatte wurde aus dem Saal gewiesen.
1914 hatte der Verein 66 Mitglieder und drei Ehrenmitglieder
1922 wurde eine Vereinsfahne angeschafft. Sie ist wohl eine der teuersten Fahnen der Umgebung, denn seinerzeit bezahlte man sie mit 1 Mio Reichsmark. Doch wenn man daran denkt, daß die Fahne während der Inflation gekauft wurde, ist diese Summe erklärbar.
1923 wurde die Fahne geweiht.
1924 wurde die Halle in der Ohe gebaut. Sie wurde durch Eigenleistungen der Mitglieder des Vereins immer wieder modernisiert und bis zum heutigen Stand erweitert. Die Seiten waren früher offen, an den heutigen Seitenpfosten waren Sitzbretter, auf diesen Sitzbrettern saßen dann die jungen Mädchen. Wenn die Musik zu spielen begann liefen die Jungen los und forderten die Mädchen zum Tanz auf. Wenn dann ein Mädchen den Tanz abgesagt hat kam es schon vor, dass der Junge zu den Musikern gegangen ging und das Mädchen gegen einen Geldbetrag rausspielen ließ. Das Mädchen hatte dann schlechte Karten für die Zukunft. Als Folge daraus wurde den Jungen kaum noch ein Tanz abgesagt. Zur Halle gehört auch ein Tanzboden, die ersten Saalstücke wurden ebenfalls 1924 angefertigt. Sie wurden seitdem immer wieder in der Umgebung ausgeliehen.
1925 wurde beim Brand des Hofes Otten - Taaken Nr. 28 - auch das erste Protokollbuch des Vereins vernichtet.
1926 war - im Gegensatz zu 1911 - das Schießen mit dem eigenen Gewehr verboten. Der Jahresbeitrag betrug damals 3,- Reichsmark.
1927 bekam der Schützenkönig ein Jahresgehalt von 60,- Reichsmark.
1928 wurde die Trennung der Ämter Kommandeur und 1. Vorsitzender vollzogen. In diesem Jahr wurde Dietrich Schlobohm zum 1. Vorsitzenden und Albert Junge zum Kommandeur gewählt. Eine neue Satzung wurde ausgearbeitet und an die Mitglieder verteilt, außerdem wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen.
1929 machten sich im Vereinsleben die ersten Anzeichen der Weltwirtschaftskrise bemerkbar: der Vereinsbeitrag wurde von 4,- auf 2,- Reichsmark herabgesetzt.
1933 wurde kein Jahresbeitrag erhoben, bei Fehlbeträgen sollte er entsprechend festgelegt werden. In diesem Jahr schaffte sich der Verein für 205,- Reichsmark einen Leichenwagen an. Er wurde im Anbau auf Tietjens Hof stationiert und nicht nur in Taaken, sondern auch in den Dörfern der Umgebung genutzt.
1935 wurde anläßlich des Schützenfestes ein Gruppenfoto gemacht
1938 wurde der 1. Vorsitzende sinnigerweise in "Vereinsführer" umgetauft. Der Jahresbeitrag wurde wieder auf 2,- Reichsmark festgesetzt.
1939 In den Kriegs- und Nachkriegsjahren kam das Vereinsleben zum Erliegen. Auch die Schützenvereine wurden von den Waffenverboten der Alliierten betroffen. Dem letzten Schützenkönig vor dem Kriege, Hinrich Frese, war es unter großen Schwierigkeiten gelungen, die Königskette zu retten. Nach Kriegsende mussten einige Taakener zeitweilig in der Ohe wohnen, da ihre Häuser von den Engländern beschlagnahmt wurden
1950 fand das erste Nachkriegs-Schützenfest statt. Es durfte nur mit Luftgewehren geschossen werden. Der Jahresbeitrag betrug 2,- DM, das Gehalt des Schützenkönigs 100,- DM. Die Schützenhalle wurde von Grund auf erneuert.
1951 sollte jedes Mitglied einen Schützenhut anschaffen.
1954 wurde in die Schützenhalle eine Lichtanlage eingebaut. Alle zwei Wochen sollte ein Übungsschießen stattfinden, bei dem jedem Schützen 5 Schuß Munition zur Verfügung stehen sollten. Im Laufe des Jahres nahm der Verein an fünf Wettkämpfen teil und errang dabei drei Pokale.
1956 wurden wieder eigene Kleinkalibergewehre zugelassen. Der Eintritt in den Deutschen Schützenbund wurde einstimmig beschlossen. Zu dieser Zeit gab es auch einen 100m Schießstand und es wurde auch mit Vorderladern geschossen. Es war bekannt, Hoops Gerd konnte am besten Stopfen, was natürlich dann auch für die Zielgenauigkeit entscheidend war.
1957 Fand die Jubiläumsfeier zum 50 jährigen Bestehen statt. Die noch lebenden Gründungsmitglieder wurden mit der Pferdekutsche zum Fest gefahren.
1958 wurde der Schuppen für den Leichenwagen von Tietjens auf Engelkens Anwesen verlegt.
1961 fand jede Woche ein Übungsschießen statt.
1963 wurden die Bedingungen für das Schnüre- und Eichelschießen festgelegt. Um den Kauf von drei Scheibenzuganlagen zu finanzieren wurden Bausteine von je 10,- DM verkauft. Der Erlös betrug 3370,- DM
1965 bekam der Verein eine neue Satzung, die Notar Rinck aus Rotenburg ausgearbeitet hatte. Außerdem wurde wieder ein Gruppenfoto gemacht
1966 wurden die Ärmelabzeichen angeschafft. Außer dem Schützenwappen ist der Ortsname und das Gründungsjahr eingestickt. Der Leichenwagen wurde verkauft.
1967 wurde das 60-jährige Jubiläum des Schützenvereins groß gefeiert. Am Pokalschießen nahmen 47 Mannschaften teil, die um 10 Pokale kämpften.
1969 wurde Hans-Dieter Grimm mit 127 erreichten Ringen Kreismeister im Pistolenschießen.
1973 erfolgte die Gründung der Damengruppe.
1975 wäre das Schützenfest fast ins Wasser gefallen, weil der Schießstand nicht den gesetzlichen Anforderungen genügte und kurz vor dem Schützenfest geschlossen wurde. Doch durch hervorragende Gemeinschaftsarbeit wurde der Stand innerhalb kurzer Zeit wieder instand gesetzt - das Schützenfest war gerettet.
1980 wurde die Proklamation des Schützenkönigs geändert, der Name des neuen Königs wird bis zum zweiten Schützenfest-Samstag geheimgehalten.
1981 setzte sich mit Marianne Eckhoff beim Königsschießen erstmals eine Schützenschwester an die Spitze des Vereins.
1982 feiert der Verein am 20.Juni sein 75. jähriges Jubiläum. Vorher wurde die Halle an das öffentliche Wassernetz angeschlossen und die Toilettenanlage ausgebaut. Diese Arbeiten wurden in hervorragender Weise von einigen Vereinsmitgliedern ausgeführt. Der Verein hat 115 Mitglieder und der Jahresbeitrag liegt bei 40 ,- DM. Der Schützenkönig erhält ein Gehalt von 250,- DM
1987 wird kurz vor dem Schützenfest in einer Blitzaktion die Zuwegung zur Schützenhalle mit Spurplatten in Wegesbreite befestigt. Seither ist es möglich, trockenen Fußes zur Schützenhalle zu kommen.
1988 feiert der Schützenverein in besonderer Weise sein Schützenfest: der noch amtierende Schützenkönig Gerd Strangmann hatte eine Blaskapelle aus Bayern eingeladen, außerdem wurde ein Foto aller Mitglieder angefertigt, sowie ein Foto der Damengruppe
1990 ist für den Verein ein "Königsjahr": Neben dem amtierenden Vereinskönig Jürgen Adam gehören die Kreisschützenkönigin Waltraut Meyer (sie wurde bisher schon drei Mal Kreisschützenkönigin), der König der Samtgemeinde Sottrum Hans- Dieter Behnken und der Schützenkönig der Schützenvereinigung Sottrum und Umgegend Hans-Dieter Grimm dem Verein an. Im September beschließt eine Außerordentliche Generalversammlung eine neu ausgearbeitete Satzung. Der Verein ist nunmehr als gemeinnütziger Verein in das Vereinsregister eingetragen.
1995 Auf der Generalversammlung beschließen die Mitglieder, einen winterfesten Luftgewehrstand in Eigenleistung zu erstellen. Die Finanzierung wollen die Mitglieder selbst tragen, da öffentliche Zuschüsse nur von der Gemeinde zu erwarten sind.
1996 Die Generalversammlung beschließt bei nur einer Gegenstimme eine nicht unerhebliche Beitragserhöhung. Diese Beitragserhöhung soll den Verein in die Lage versetzen, den lange geplanten Bau eines winterfesten Luftgewehr- Schießstandes mit dem dazugehörigen Aufenthaltsraum in Eigenleistung zu bauen.
1998 fand im April die feierliche Grundsteinlegung des Luftgewehrstandes statt, verbunden mit einer Kaffeetafel in der Ohe.
2001 am 13.Januar wird jetzt, nach ca. 7700 freiwilligen Arbeitsstunden, in einer schönen Feierstunde offiziell der Schlüssel für den Neubau vom Architekten und Schützenbruder Joachim Krampitz an den 1. Vorsitzenden Karl-Heinz Bauer übergeben.
2002 Nach Beschluß der Generalversammlung wird Karl-Heinz Bauer auf Grund seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte werden König und Vizekönig von einem Ehepaar gestellt. Silvia Knebel ist König(in) und Horst Knebel wird Vizekönig
2003 In diesem Jahr findet der “große Postraub” statt. Der Schützenverein kann einen kompletten Paketschalter der Deutschen Post abbauen und zur Eigenverwendung nutzen. Hieraus wird ein Kassenhaus und ein Auswerteraum gebaut, die den Schießstand hervorragend ergänzen.
2005 Zum ersten Male haben wir einen Landesmeister im Verein. Silvia Knebel wird Niedersächsischer Landesmeister der Damen Senioren im LG Aufgelegt und 7. bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Dortmund.
2006 Dies ist das sportlich bisher erfolgreichste Jahr des SV Taaken. In diesem Jahr erringen die Sportschützen Silvia Knebel, Jürgen Adam, Hans-Dieter Grimm und Horst Knebel insgesamt 12 Kreismeister Titel und Hans-Dieter Grimm wird Niedersächsischer Landesmeister in 100m KK Auflage. Im August wird ein neues Gruppenfoto aufgenommen.
2007 Auf der Generalversammlung wird Friedhelm Müller als neuer 1. Vorsitzender gewählt. Der Tanzboden ist inzwischen durchgetanzt und wird in Eigenarbeit erneuert. Erstmals in der Vereinsgeschichte stellt eine Familie gleich zwei Könige: Alexander Kinderknecht jun. wird Jugendkönig und Alexander Kinderknecht sen. wird König im Jubiläumsjahr. Der SV Taaken nimmt am Schützenfest in Hannover teil und feiert sein 100 jähriges Bestehen. Im Spätherbst beginnt die Modernisierung des Theken- und Küchentraktes.
2008 Die Sportschützen des SV Taaken übertreffen noch das Ergebnis von 2006 und erreichen 17 Kreismeistertitel, 9 x Platz 2 und 3 x Platz 3 bei den Kreismeisterschaften sowie 1x Mannschaftsgold, 1x Mannschaftssilber, 1x Einzel Silber und 2x Einzel Bronze bei den Landesmeisterschaften. Zum Schützenfest wird die Modernisierung des Theken- und Küchenbereichs fertig und die neue Küche kann benutzt werden.
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